Alle wichtigen Informationen zu diesem Thema, finden Sie hier in unserem kleinen Weidezaun-Nachschlagewerk:

Die Arbeitsweise eines Elektrozaunes / Weidezaunes

Was Sie über Weidezäune und Normen wissen sollten

Was Sie für den Aufbau eines Weidezaunes benötigen

Welches Weidezaungerät ist geeignet?

Die Erdung / Der Test

Die Arbeitsweise eines Elektrozaunes / Weidezaunes:

Der Schlag eines Weidezaunsystems kommt durch einen Kurzschluss zustande. Dies verhält sich wie folgt: 

 

  1. Das Gerät gibt Stromimpulse ab
  2. Diese Impulse werden durch das Anschlußkabel zum Zaun geleitet.
  3. Der Zaun besteht aus gut leitendem Material ( Stahl, Niro oder Kupfer), oder aus Leitern, die mit Kunststoff verarbeitet sind, wie z.B. Seil, Band oder Litze.
  4. Die Isolatoren an den Pfählen verhindern, dass eine Verbindung der Leiter mit der Erde, d.H. ein Kurzschluss, entsteht.
  5. Wenn ein Tier den Zaun berührt, gehen die Stromimpulse durch den Körper in die Erde.
  6. Durch den Boden (Erde) fließen die Stromimpulse zur Erdungsstange.
  7. Die Erdungsstange ist wiederum an den Erdausgang des Gerätes angeschlossen, wodurch der Kreis geschlossen wird.

Was Sie über Weidezäune und Normen wissen sollten!

Normen

Weidezaungeräte dienen zur Abschreckung, der bei Berührung abgegebene Schlag muss ungefährlich sein!

Aus dieser Perspektive sind Normen festgelegt worden, denen die am Markt angebotenen Geräte entsprechen sollen. In Europa sind diese Normen für Elektrozäune in EN-Normen festgelegt worden. Diesen sollen die Geräte entsprechen.

Es gibt eine Anzahl von Werten die für die Wirkung und Kapazität der Weidezaungeräte relevant sind. Die Impulsenergie bei 500 Ohm darf nicht mehr als 5 Joule sein. Pro Minute dürfen maximal 60 Impulse stattfinden.

 

VOLT

Die Einheit für die elektrische Spannung ist Volt. Bei Weidezäunen benutzt man die Spannung um die Energie zu übertragen. Spannung U (V=Volt), StromI (A=Ampere), Widerstand R (Ω = Ohm).

 

Widerstand

Der Widerstand R wird in Ohm gemessen. Der Widerstand hemmt den Strom: R=U¸ I

Kein Widerstand bedeutet Kurzschluss, 1.000.000 Ω bedeutet eine perfekte Isolation. Ein Tier oder Mensch hat einen mittleren Widerstand von etwa 500 Ω. Deswegen sind die Spannung und die Impulsenergie bei diesem Widerstand die echten relevanten Werte zum Vergleichen der Weidezaungeräte. Auch die Leiter, wie Litze, Band und Draht, haben einen Widerstand. Der Widerstand der verschiedenen Leiter ist unterschiedlich. Aluminiumdraht hat den niedrigsten Widerstand und ist damit bestens geeignet für sehr lange Zäune.

 

AMPERE

Der Strom I wird in Ampere (A) gemessen. Der Strom ist die Energie die über den Zaun läuft. I = U¸ R. Die Dauer und die Stärke des Stroms bestimmen den Schlag/Impuls der vom Weidezaungerät abgegeben wird. Die Impulsdauer bestimmt die Stärke des Schlags, dieser variiert, abhängig von Typ und Marke des Gerätes, zwischen 0,1 und 0,5 Mikrosekunden. Der Abstand zwischen den Schlägen/Impulsen ist etwa 1,2 Sekunden.

 

JOULE

Die Energie die als Stom pro Schlag/Impuls an den Zaun abgegeben wird, misst man in Joule. 1 Joule = 1 Watt (W) pro Sekunde. Diese Energie wird gefühlt, wenn man den Zaun berührt.

 

LADEENERGIE

Die Landeenergie des Gerätes zeigt wieviel Energie aus der Zuführungsquelle (Netzstrom, Akku, Batterie) im Kondensator aufgenommen wird. Eine hohe Ladeenergie bedeutet, dass das Gerät mehr Strom aufnimmt/verbraucht. Das Verhältnis zwischen der Ladeenergie und der Impulsenergie zeigt die Effizienz des Gerätes. Ein hohes Verhältnis bedeutet dass viel Energie verloren geht, die nicht an die Leiter abgegeben wird.

 

IMPULSENERGIE

Durch die Entladung des Kondensators gibt das Gerät die aufgeschlagene Energie an die Leiter (Litze, Band, Draht, usw.) ab. Diesen Schlag nennt man Entlade / Impulsenergie. Die Impulsenergie wird oft unbelastet angegeben. Offiziell muss die Impulsenergie angegeben werden, die übrigbleibt bei einem Widerstand von 500 Ohm. Dieser Wert bestimmt die wirkliche Stärke des Gerätes, den Schlag den das Tier bei Berührung fühlt.

Was Sie für den Aufbau benötigen:

  1. Pfähle, diese können aus Holz, Eisen, Kunststoff oder sogar Beton sein.
  2. Leiter, das kann Draht, Breitband oder Seil sein.
  3. Isolatoren, abhängig von den Pfählen, die Sie auswählen und dem Leiter, der benutzt werden soll.
  4. Zaunleitungen sollen optimal verbunden sein, um Störungen zu vermeiden. Benützen Sie hierfür speziell entwickelte Verbinder.
  5. Gerät: Abhängig von der Energiequelle, der Zaunlänge und der Tierart, wählen Sie das passende Gerät.
  6. Je stärker das Gerät ist, umso besser muss die Erdung sein. Ohne gute Erdung funktioniert das Gerät nicht optimal.
  7. Durchgänge und Türen. Bringen Sie diese so an, dass bei geöffneter Tür die Verbindungen des Weidezauns nicht unterbrochen wird.
  8. Benutzen Sie ein Hochspannungskabel um eine unterirdische Verbindungen zwischen beiden Seiten des Durchgangs herzustellen.
  9. Wenn alles fertig installiert ist, können Sie das System überprüfen.

Welches Weidezaungerät ist geeignet?

Bei der Wahl des für Sie geeigneten Weidezaungerätes ist es wichtig zuerst eine Wahl für die Zuführungsquelle zu treffen.

 

Liegen die Weideflächen in der Nähe Ihres Hauses, wählen Sie ein Netzgerät.

 

Liegen die Grundstücke weit von Ihrem Haus, können Sie zwischen 9V Trockenbatterie oder 12V Akkuausführung wählen. 9V Batteriegeräte sind im allgemeinen leicht und einfach zu hantieren und damit flexibel einsatzfähig. Wenn Sie große Grundstücke weit vom Haus haben, mit etwas Bewuchs, oder mit schwierigen Tieren, wodurch Sie mehr Energie benötigen, empfehlen wir ein Akkugerät. Eine Akkuzuführung kann auch mit einem Solarpaneel kombiniert werden.

 

Die Stärke des Weidezaungerätes hängt von der Länge und Art der benutzten Leiter ab. Weiters brauchen schwierige Tiere wie Schafe, Ziegen, Wild und Geflügel ein stärkeres Gerät als einfachere Tiere wie Pferde, Schweine, Kühe, Katzen und Hunde.

Die Erdung / Der Test

Wichtigkeit der Erdung

 

Die Erdung sorgt dafür dass, wenn ein Tier den zaun berührt, der Kreis geschlossen wird und die Energie durch das Tier strömt. Hierdurch entsteht die gewünschte "Schreckwirkung".

 

Für die optimale Wirkung des Weidezaunsystems ist eine gute Erdung deswegen unverzichtbar. Die Erdung soll derart sein, dass es einen ganz niedrigen Widerstand gibt, max.100 Ohm. Optimal ist eine Kupfer- oder verkupferte Erdungsstange mit einem Durchmesser von 10-20mm, die in Verbindung mit dem Grundwasserstand steht. Das ist aber auf vielen Plätzen nicht realisierbar.

Für eine annähernd optimale Erdung ist es empfehlenswert mindestens 2 Erdungsstangen mit einer Länge von 1 Meter, in einem Abstand von 3-6m, parallel oder in Serie miteinander zu verbinden. Die Erdung ist von entscheidender Wichtigkeit, ohne Erdung kann das System nie optimal funktionieren.

 

TEST

 

 

  1. Messen Sie die Spannung auf Ihrer Erdungsstange mit einem Voltmeter. Diese gemessene Spannung darf nicht höher als 300 Volt sein.
  2. Messen Sie danach mit Ihrem Voltmeter ob es 100 Meter von der Erdung entfernt, mehr als 3000 Volt auf Ihrem Zaun gibt.
  3. Sorgen Sie dafür, dass an diesem Messpunkt ein Kurzschluss gemacht wird. Durch Verbindung des Stromdrahtes mit der Erde, zum Beispiel einen leidenden (Eisen-/Aluminium) Pfahl an den Draht setzen.
  4. Messen Sie in diesem Zustand die Spannung auf Ihrer Erdung aufs Neue. Gibt es mehr als 300 Volt Spannung, ist die Erdung ungenügend und Sie müssen zusätzliche Erdungsstangen installieren.
  5. Nach Einrichtung von zusätzlichen Erdungsstangen machen Sie den Test nochmals.