Bienenfutter: Der Weg zu gesunden und produktiven Bienen!
Die richtige Ernährung spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit und Produktivität von Bienen. Dabei stehen Imkern zwei Hauptarten von Bienenfutter zur Verfügung: Futterteig und Flüssigfutter. Beide Futterarten haben ihre spezifischen Vorteile und Anwendungsgebiete, die je nach Jahreszeit und Zustand des Bienenvolks zum Tragen kommen. Ein besonders interessantes Flüssigfutter ist jenes mit invertiertem Zucker, welches besondere Vorteile mit sich bringt.
Futterteig: Die ideale Wahl für die kalte Jahreszeit
Futterteig besteht hauptsächlich aus Zucker und wird mit einer Konsistenz geliefert, die an teigiges Gebäck erinnert. Dieses Futter wird besonders in den Wintermonaten eingesetzt, wenn die Bienen weniger aktiv sind und kein flüssiges Futter aufnehmen können. Der Futterteig wird direkt in der Nähe der Bienen platziert, sodass sie ihn leicht erreichen und verzehren können. Der Vorteil des Futterteigs liegt darin, dass er von den Bienen direkt als Energiequelle genutzt werden kann, ohne dass sie viel Arbeit in die Aufnahme und Verarbeitung stecken müssen. So bleiben die Bienen auch in der kalten Jahreszeit gut genährt und widerstandsfähig gegen Krankheiten.
Flüssigfutter: Energie in der aktiven Phase
Im Gegensatz zum Futterteig wird Flüssigfutter bevorzugt in den wärmeren Monaten verwendet, wenn die Bienen aktiv sind und sich auf die Sammlung von Nektar konzentrieren. Flüssigfutter, das in der Regel aus Zuckerwasser besteht, imitiert den Nektar, den Bienen aus Blüten sammeln. Es dient als sofort verfügbare Energiequelle und unterstützt das Wachstum des Bienenvolks in Zeiten, in denen natürlicher Nektar knapp ist. Flüssigfutter hilft den Bienen, ihren Honigvorrat für den Winter aufzubauen, und stärkt das gesamte Volk. Es soll immer nach der Honigernte zugefüttert werden, damit man das eingelagerte Futter nicht gemeinsam mit dem Honig erntet und ihn verfälscht.
Flüssigfutter mit invertiertem Zucker: Eine besondere Energiequelle
Flüssigfutter mit invertiertem Zucker ist eine spezielle Form des Flüssigfutters, die sich durch einen besonderen Herstellungsprozess auszeichnet. Invertierter Zucker entsteht, wenn Saccharose – der Haushaltszucker – in seine Grundbestandteile Glukose und Fruktose aufgespalten wird. Dieser Prozess macht den Zucker leichter verdaulich für die Bienen und stellt sicher, dass sie die Energie sofort nutzen können. Der große Vorteil dieses Futters liegt in seiner Ähnlichkeit zum natürlichen Nektar, was es zu einer optimalen Ergänzung der Bienenernährung macht, besonders in Zeiten, in denen wenig Blütennektar verfügbar ist. Es unterstützt nicht nur die Gesundheit der Bienen, indem es das Risiko von Verdauungsproblemen minimiert, sondern fördert auch eine effiziente Honigproduktion.
Zeitpunkt der Fütterung
Bezüglich der Fütterung von Bienen gibt es bestimmte Zeiten, zu denen eine Fütterung besonders wichtig ist:
- Spätsommer bis Frühherbst: Nach der letzten Honigernte ist es oft notwendig, die Bienen zu füttern, um sicherzustellen, dass sie genügend Vorräte für den Winter anlegen können. Diese Fütterung hilft dem Volk, stark in den Winter zu gehen.
- Frühjahr: Eine Frühjahrsfütterung kann erforderlich sein, wenn die Bienen ihre Winterreserven aufgebraucht haben, bevor ausreichend natürliche Nahrungsquellen zur Verfügung stehen. Dies gibt dem Bienenvolk einen Energieschub für den Start in die neue Saison und unterstützt das Wachstum der Population.
- Notfälle: Sollten extreme Wetterbedingungen herrschen oder das Bienenvolk aus anderen Gründen Schwierigkeiten haben, ausreichend Nahrung zu finden, kann eine zusätzliche Fütterung notwendig sein, um das Überleben des Volks zu sichern.
Generell sollte aber die natürliche Nahrungssuche der Bienen bevorzugt und die Fütterung als ergänzende Maßnahme betrachtet werden. Zu häufige oder falsch durchgeführte Fütterungen können die natürlichen Verhaltensweisen der Bienen beeinträchtigen und zu Problemen im Bienenstock führen.
Wie füttern?
Die Fütterung von Bienen kann durch verschiedene Methoden erfolgen, abhängig von der Jahreszeit, den Bedürfnissen des Bienenvolks und den Vorlieben des Imkers. Hier sind einige gängige Methoden, die Imker verwenden, um ihre Bienen zu füttern:
- Direkte Platzierung von Futterteig: Futterteig kann direkt auf die Oberträger der Waben oder auf eine Folie gelegt werden, die sich knapp über den Bienen befindet. Diese Methode eignet sich besonders für die kälteren Monate, da die Bienen den Teig leicht erreichen können, ohne weit fliegen zu müssen.
- Futterzargen : Diese befinden sich meist oberhalb der Bienenbeuten und können große Mengen an Flüssigfutter aufnehmen. Sie sind ideal für die Fütterung größerer Mengen an Zuckerwasser oder invertiertem Zucker. Man kann die Futterzargen entweder in Kombination mit einem Futtergeschirr oder mit einem Futtereimer verwenden.
- Futtertaschen: Diese werden seitlich in die Beute eingesetzt und ermöglichen den Bienen den Zugang zum Futter, ohne dass sie den Schutz der Beute verlassen müssen.


