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21.07.26

Fermentieren

Fermentieren ist eine traditionelle Methode, um Lebensmittel mithilfe natürlicher Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien oder Hefen haltbar zu machen. Dabei werden Zucker und andere Inhaltsstoffe umgewandelt, wodurch sich Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit verändern. Viele bekannte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Joghurt oder Sauerteigbrot entstehen durch Fermentation.

Das Grundprinzip ist einfach: Frisches Gemüse oder andere geeignete Lebensmittel werden unter den richtigen Bedingungen gelagert, sodass nützliche Mikroorganismen wachsen können. Bei Gemüse wird meist Salz hinzugefügt. Es entzieht dem Gemüse Wasser, wodurch sich eine Salzlake bildet. Gleichzeitig hemmt das Salz unerwünschte Keime und schafft ideale Bedingungen für Milchsäurebakterien. Das Lebensmittel sollte vollständig von der Lake bedeckt und möglichst luftdicht verschlossen sein. Je nach Rezept und Temperatur dauert die Fermentation einige Tage bis mehrere Wochen.

Das Ergebnis sind aromatische, länger haltbare Lebensmittel mit einem charakteristischen, leicht säuerlichen Geschmack. Fermentieren ist eine einfache und natürliche Methode, Lebensmittel zu konservieren und dabei neue Geschmacksrichtungen zu entdecken.


Sauerkraut Rezept:

Zutaten

  • 1 kg Weißkohl
  • 20 g Salz (ca. 2 % des Kohlgewichts)
  • Optional: 1 TL Kümmel, Wacholderbeeren oder Pfefferkörner

Benötigte Utensilien

  • Großes sauberes Glas oder Gärgefäß
  • Schüssel
  • Stampfer oder Holzlöffel
  • Fermentationsgewicht oder ein kleines sauberes Glas zum Beschweren

Zubereitung

  1. Den Weißkohl von den äußeren Blättern befreien. Ein bis zwei Blätter beiseitelegen. Den restlichen Kohl fein hobeln oder in dünne Streifen schneiden.
  2. Den geschnittenen Kohl in eine große Schüssel geben und das Salz darüberstreuen.
  3. Den Kohl 5–10 Minuten kräftig mit den Händen kneten, bis viel Flüssigkeit austritt und eine Salzlake entsteht.
  4. Nach Wunsch Kümmel oder andere Gewürze untermischen.
  5. Den Kohl portionsweise fest in das Gärglas drücken, damit möglichst keine Luft eingeschlossen wird. Die entstandene Lake sollte den Kohl vollständig bedecken.
  6. Ein ganzes Kohlblatt auf den Kohl legen und mit einem Fermentationsgewicht beschweren, sodass alles unter der Lake bleibt.
  7. Das Glas verschließen. Bei einem normalen Schraubglas den Deckel nur leicht aufsetzen oder das Glas täglich kurz öffnen, damit entstehendes Gas entweichen kann.
  8. Das Sauerkraut 1–3 Wochen bei Zimmertemperatur (ca. 18–22 °C) fermentieren lassen. Je länger es fermentiert, desto intensiver wird der Geschmack.
  9. Sobald das Sauerkraut den gewünschten Geschmack erreicht hat, im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält es sich mehrere Monate.

Tipps

  • Achte darauf, dass der Kohl während der gesamten Fermentation vollständig mit Lake bedeckt ist. So wird Schimmelbildung verhindert.
  • Arbeite mit sauberen Händen und sauberen Gefäßen.
  • Während der Fermentation können Bläschen entstehen – das ist ein Zeichen dafür, dass die Milchsäuregärung aktiv ist.


Sauerteigbrot Rezept:

Sauerteigstarter

Zutaten

  • 50 g Roggenvollkornmehl
  • 50 ml lauwarmes Wasser

Herstellung des Sauerteigansatzes

Tag 1:
50 g Roggenmehl mit 50 ml lauwarmem Wasser in einem sauberen Glas verrühren, bis ein zähflüssiger Teig entsteht. Locker abdecken und 24 Stunden an einem warmen Ort (ca. 25–30 °C / Raumtemperatur) stehen lassen.

Tag 2:

Erste Bläschen können sichtbar sein. Den Ansatz mit 50 g Mehl und 50 ml Wasser füttern, gut verrühren und weitere 24 Stunden stehen lassen.

Tag 3:

Der Sauerteig sollte Bläschen bilden und säuerlich riechen. Erneut mit 50 g Mehl und 50 ml Wasser füttern. Leichte ungewöhnliche Gerüche können am Anfang normal sein – wichtig ist, dass kein Schimmel entsteht.

Tag 4:

Der Ansatz sollte deutlich aktiver sein, Bläschen zeigen und angenehm säuerlich riechen. Dann ist er bereit zum Backen. Falls der Teig noch nicht richtig aufgegangen ist, wiederhole das Füttern wie an Tag 3 und lass ihn nochmals 12-24 Stunden stehen.

Tag 5 (optional):

Spätestens jetzt ist dein Sauerteigstarter einsatzbereit. Du kannst ihn nun zum backen verwenden oder im Kühlschrank aufbewahren.

Tipp: Jeder Sauerteig entwickelt sich etwas anders. Wenn es beim ersten Versuch nicht sofort klappt, lohnt es sich, weiterzumachen – manchmal braucht der Ansatz einfach etwas mehr Zeit.

Sauerteigbrot herstellen (Grundrezept)

Zutaten:

  • 500 g Mehl (z. B. Roggen- oder Weizenmehl)
  • 350 ml Wasser
  • 100 g aktiver Sauerteig
  • 10 g Salz

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten zu einem Teig vermischen und gut verkneten.
  2. Den Teig mehrere Stunden ruhen lassen, damit die Hefen und Bakterien arbeiten können.
  3. Den Teig formen und nochmals gehen lassen.
  4. Das Brot im vorgeheizten Ofen backen, bis es eine kräftige Kruste hat.

Tipps

  • Ein Sauerteig kann über viele Jahre gepflegt werden, wenn er regelmäßig mit Mehl und Wasser gefüttert wird.
  • Ein aktiver Sauerteig sollte Bläschen bilden und leicht säuerlich riechen.
  • Roggenmehl eignet sich besonders gut für den Start, da es viele natürliche Mikroorganismen enthält.


Salzgurken Rezept:

Zutaten

  • 1 kg kleine, feste Einlegegurken
  • 1 Liter Wasser
  • 30 g Salz (ca. 3 % Salzlake)
  • 2–3 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Dill (am besten mit Blüten)
  • 1–2 Meerrettichblätter oder ein Stück Meerrettich (optional, für mehr Knackigkeit)
  • Pfefferkörner oder Senfkörner nach Geschmack

Zubereitung

  1. Die Gurken gründlich waschen und nach Möglichkeit einige Stunden in kaltem Wasser einlegen – dadurch bleiben sie besonders knackig.
  2. Wasser und Salz verrühren, bis sich das Salz vollständig aufgelöst hat. Daraus entsteht die Salzlake.
  3. Gurken zusammen mit Dill, Knoblauch und Gewürzen in ein sauberes Gärglas schichten.
  4. Die Salzlake darüber gießen, sodass alle Gurken vollständig bedeckt sind.
  5. Die Gurken mit einem Gewicht beschweren, damit sie unter der Lake bleiben.
  6. Das Glas verschließen und bei Raumtemperatur (ca. 18–22 °C) fermentieren lassen.
  7. Nach etwa 5–14 Tagen können die Salzgurken probiert werden. Je länger sie fermentieren, desto intensiver wird der Geschmack.
  8. Wenn der gewünschte Geschmack erreicht ist, die Gurken im Kühlschrank lagern, wo sie mehrere Monate haltbar bleiben.

Tipps

  • Die Gurken müssen während der gesamten Fermentation unter der Salzlake bleiben, damit keine unerwünschten Keime wachsen.
  • Bläschen und eine leichte Trübung der Lake sind normale Zeichen einer aktiven Fermentation.
  • Eine weiche Konsistenz kann entstehen, wenn die Gurken zu warm stehen oder nicht frisch genug waren. Kalte Lagerung und frische Gurken sorgen für ein besseres Ergebnis.